PS, Bits und Bytes
Die Rallye Dakar gilt als die härteste Rallye der Welt. 2010 endete sie mit einem historischen Dreifachsieg von Volkswagen. Dazu führten aber nicht nur Hubraum und PS, auch die Bits und Bytes einer Softwarelösung trugen dazu bei.
Am Neujahrstag 2010 startete die 32. Rallye Dakar in Südamerika. 360 Teams begaben sich auf einen 9000 Kilometer langen Kurs, 14 Etappen durch unwirtliches Gelände bei jeder Witterung – besonders die Technik ist extrem gefordert. Daher stehen Materialqualität oder Qualitätsmanagement mit Laufzeiterfassung im Fokus.
Bis 2002/2003 hatte sich Volkswagen Motorsport innerhalb des Konzerns so weit entwickelt, dass man sich auf eigene „stabile Systemfüße" stellen musste. Damals implementierte man stufenweise Softwaremodule der Berliner PSIPENTA Software Systems GmbH, die die Kerngeschäftsprozesse wie Beschaffung und Produktion oder eine Kostenverfolgung von Projekten umsetzten. Inzwischen ist die PSI-Lösung im gesamten Bereich Volkswagen Enterprise als ERP-Software gesetzt.
Bei Problemen mit der Materialqualität lag es nahe, Qualitätsmanagement und Materialwirtschaftsprozesse zu verbinden. So suchte man gemeinsam mit PSIPENTA nach Lösungen. Nach ersten Entwürfe 2007/2008 führte das Projekt schließlich zu einer mobilen Lösung, die speziell für den Einsatz während der Rennen und direkt vor Ort konzipiert war, sowie zur Einführung eines zweidimensionalen Data Matrix Code. Die Basis bildet das ERP-System in Wolfsburg.
Das mobile System setzt darauf auf und verlagert Daten direkt an die Rennpiste und nutzt sie dort ohne Verbindung zur Zentrale als asynchrone Lösung. Wo etwa welche Teile im begleitenden Service-Truck lagern, speichert der Service schon vor dem Beladen auf den Mobilgeräten. Zur Identifizierung sind die Teile mit Seriennummern auf festen Tags mit Data Matrix Codes gekennzeichnet. Fährt ein Wagen durchs Ziel, lassen sich die Daten extrahieren und unverzüglich via Internet an das Zentralsystem schicken, das sie automatisch auswertet.
(...) Durch die Buchung aller laufzeitrelevanten Teile des Autos und des Ersatzteillagers entsteht eine umfassende Wissensdatenbank mit Ziellauf, die anzeigt, welche Teile die geplante Distanz voraussichtlich nicht überstehen. So lässt sich bei Testfahrten und in den Rennpausen jedes Fahrzeug spezifisch überwachen.
IT-Director, Ausgabe 01.10.2010 10/2010
